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Katharina Scheid
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Die Lesetipps für heute

Die Nachricht der Griechen, nach tagelangem Rettungspoker auf europäischer Ebene jetzt doch erst einmal eine Volksabstimmung durchzuführen, hat bei vielen Kopfschütteln ausgelöst. Bei mir auch. Im ersten Moment zumindest. Im zweiten fand ich die Entscheidung nicht mehr so unlogisch.

Da drängte sich mir der Eindruck auf, dass viele Griechen gar nicht gerettet werden wollen und darüber hinaus auch gar nicht wissen, vor was. Das ist wie die Hilfe, die man einem guten Freund angedeihen lässt, obwohl er gar nicht darum gefragt hat. Das Ergebnis ist meistens das Gegenteil von dem, was man erwartet hat: Keine Dankbarkeit, sondern Entrüstung und manchmal sogar Aggression, die im Ende der Freundschaft mündet.

Der Zwangsgerettete fühlt sich gedemütigt, hat vielleicht auch den Eindruck, dass man ihn oder sie für dumm hält und außerdem greift häufig das Phänomen „not invented here“. Kurzum – der zu Rettende muss schon selbst darauf kommen, dass er in Schwierigkeiten steckt und dann um Hilfe bitten, wenn das Projekt Erfolg haben soll.

Erschwerend kommt hinzu, dass es sich ja bei der “Rettung” nicht um eine komplett uneigennützige Tat handelt. Die Europäer inklusive der Börsen weltweit werden hektisch, das Chaos vor Augen, während den meisten Griechen gar nicht so bewusst zu sein scheint, dass sie massiv in Schwierigkeiten stecken. Das ist reine Hypothese, ich war nicht dort und habe auch mit keinem einzigen Griechen gesprochen. All meine Informationen stammen aus zweiter Hand. Aber das ist der Eindruck, der sich mir aufdrängt. Vor allem, als erst einmal generalgestreikt wurde, nachdem das erste Rettungspaket beschlossen wurde. In den Augen vieler Griechen haben die Schwierigkeiten wahrscheinlich erst angefangen, als die übrigen Europäer beschlossen haben, dass sie unbedingt gerettet werden müssen. Mit Rentenkürzungen, Beamtenkündigungen und so weiter.

Unter diesen Gesichtspunkten ist eine Volksabstimmung systemisch gesehen eine gute Idee, denn sie zwingt die Griechen dazu, sich aktiv zu entscheiden. Anstatt passiv gerettet zu werden und hinterher immer sagen zu können, dass ihnen gar keine andere Wahl blieb. Ob die Abstimmung ansonsten, finanzpolitisch und so weiter, eine gute Idee ist, kann ich nicht beurteilen, auch nicht, was insgesamt schlimmer ist: Eine Pleite Griechenlands oder eine Rettung ohne Auftrag.

Blöd ist auf jeden Fall der Zeitpunkt. Wenn das Votum früher gekommen wäre, hätte sich eine Menge gut bezahlter Experten eine Menge doppelter Finanzrittberger sparen können. Aber ok, keine Krise ist perfekt.

Ich bin gespannt, was morgen passiert.

 

 

Presspauseplay, eine Dokumentation über Kreativität im Digitalen Zeitalter, bei der sehr viele interessante Macher zu Wort kommen, unter anderem Seth Godin, Robyn, Bill Drummond von The KLF, Scott Belsky (Gründer von Behance), Anthony Volodkin (Gründer von The Hype Machine), Moby, David Weinberger (Cluetrain Manifesto), Hot Chip oder auch Sean Parker (Mitbegründer von Napster). Eine der Schlussfolgerungen des Films lautet: Viele Berufe haben kaum noch eine Berechtigung, weil das zu Grunde liegende Handwerk dank digitaler Technologie keine Kunst mehr ist. Also – womit können sich diese Menschen noch differenzieren? Das betrifft Filmemacher, Photographen, Musiker, Publisher …. Und wie stehts mit Ihrem Beruf?

Besonders interessant sind die vollkommen unterschiedlichen Sichtweisen und Standpunkte, beispielsweise kommt der Mitbegründer von Napster zu Wort und genau wie  Hillary Rosenberg, CEO des amerikanischen Verbandes der Musikindustrie.…

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Bildquelle: aboutpixel.de / Und weg ist er © jacques Kohler

Frau Merkel hat es gerade schwer: Die Äußerung, dass deutsche Atomkraftwerke sicher seien, erschien vor einer Woche noch beruhigend. Heute erscheint sie manchen als Farce, anderen als Irreführung. Ob es sich eher um das eine oder das andere handelt, soll hier nicht weiter von Belang sein. Viel interessanter ist, warum dieser eine Satz so viel politische Probleme verursacht – Stichwort Krisenkommunikation.

„Die deutschen Atomkraftwerke sind sicher.“ Bestimmte Autos gelten zwar auch als sicher, aber jeder weiß, was passiert, wenn der Fahrer mit 180 km/h gegen eine Hauswand rast: Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass er das nicht überlebt. Sicher ist ein Auto also nur unter bestimmten Bedingungen.

Aber genau diese Information wurde beim Satz des Anstoßes ausgelassen: Das Restrisiko fehlt. Eine Voraussetzung dafür, dass die Kettenreaktion im Reaktor nicht außer Kontrolle gerät ist zum Beispiel, dass das Kühlsystem läuft. Das wiederum kann …

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Katharina ScheidKatharina Scheid hat RubyCom 2001 gegründet. Zuvor arbeitete sie viele Jahre als PR-Beraterin in Unternehmen und Agenturen und führte bereits viele Player aus IT und Telekommunikation am deutschen Markt ein.

Ursprünglich studierte sie Molekularbiologin und interessiert sich seitdem für die Wechselwirkungen in komplexen Systemen. Nach der Fortbildung zur PR-Beraterin ließ sie sich außerdem als Kommunikationscoach und in der systemischen Organisationsentwicklung ausbilden, um der Wirkung von Kommunikation in komplexen Systemen weiter auf den Grund zu gehen. In ihrem Blog schreibt sie über Kampagnen , Führung und aktuelle Themen aus der Kommunikation.

Prominentes Thema beim diesjährigen Kommunikationskongress waren erneut Social Media. Über „Social Media: Von unorganisierter und organisierter Kommunikation“ diskutierten Carsten Knop (Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung, Frankfurter Allgemeine Zeitung) und Volker Smid (Vorsitzender der Geschäftsführung, General Manager und Vice President, Hewlett-Packard). Beide nutzen soziale Medien, um sich zu informieren, allerdings über unterschiedliche Inhalte. „Ich greife morgens nachwievor zuerst zur Tageszeitung“, erklärt Knob von der FAZ. „Mir ist es wichtig in den HP-Gruppen auf Xing oder Facebook Stimmen und Meinungen zum Unternehmen zu erfassen. Nicht um Mitarbeiter zu kontrollieren“, so Smid. Hewlett-Packard lässt seinen Mitarbeitern in sozialen Netzwerken viele Freiheiten, die laut Knob in der Finanzbranche undenkbar seien. Der HP-Chef sieht diese – durch Richtlinien eingeschränkten Freiheiten – einerseits als Kontrollverlust, andererseits versteht es HP aber offensichtlich, sie auch zu ihrem Vorteil zu nutzen.

In einem kürzlich erschienenen Bericht der Wirtschaftswoche online wurde über schlechte Stimmung bei HP geschrieben und ein Mitarbeiter zitiert. Die Kommunikation machte intern auf den Blogbeitrag aufmerksam und innerhalb kurzer Zeit hatten viele HP-Mitarbeiter den Artikel kommentiert. Read the rest of this entry »