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Katharina Scheid
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Die Lesetipps für heute

Die Medienlandschaft verändert sich, das wissen wir inzwischen alle. Die erste Welle des IT-Mediensterbens (2002, 2003) war noch durch ein zeitlich begrenztes konjunkturelles Tief bedingt, dieses Mal wird es fundamentaler. Jeder Verlag sucht verzweifelt nach neuen Geschäftsmodellen und die meisten steigen vom Anzeigenverkauf auf Leadgenerierung um. Im Moment mag das noch ganz gut funktionieren, aber ich bin mir nicht sicher, wie lange. Viele Verlage steigen da gerade erst ein, während der Leser meiner Meinung nach schon wieder ganz woanders ist.

In einer Print-Publikation (für die er zahlt) hat er die Wahl, ob er eine Anzeige liest oder nicht. Online ist das anders: In Videos eingebettete Anzeigen kann man nicht wegklicken und ich glaube fest daran, dass sie die Meinung über eine Marke in erster Linie verschlechtern. Sie sind nicht erbeten und werden als notwendiges Übel wahrgenommen. Der Effekt ist die Verknüpfung negativer Gefühle mit dem breit eingeblendeten Markennamen. Super. Im besseren Fall werden im Kopf des Zuschauers zu Beginn der Werbung sofort alle zur Verfügung stehenden Wahrnehmungsfilter aktiviert, die dafür sorgen, dass die Inhalte der Anzeige links rein und rechts raus gehen.

Im Bereich Lead-Generierung könnte etwas ähnliches passieren: Der Preis, den ich für das Lesen eines möglicherweise wirklich guten Whitepapers zahle, ist zum Beispiel ein unerfreuliches Telefongespräch. Darin muss ich erklären, dass ich in den nächsten 1.000 Jahren keine Cloud-Lösung kaufen werde, sondern dass mich das Ganze nur so (natürlich beruflich) interessiert. Es könnte ja sein, dass Menschen wie ich, die sich für IT-Lösungen im großen Stil interessieren, aber leider keine kaufen, in Zukunft gar keinen Zugang mehr zu solchen Informationen bekommen, weil sie auf der “Leadgernerierungs-Blacklist” landen. Düstere Vorstellung: Wenn etwas zu teuer ist, als dass ich es kaufen könnte oder würde, bekomme ich in Zukunft auch keine Informationen mehr darüber.

Wenn die Marketingaktivitäten zur Generierung von Leads in den nächsten Monaten und Jahren massiv aufgrund der sinkenden Anzeigeneinnahmen zunehmen, ist absehbar, wann niemand mehr freiwillig ein Whitepaper herunterlädt oder irgendwo freiwillig seine E-Mail-Adresse hinterlässt. Die Folgen sind heute schon nervig und werden in Zukunft wahrscheinlich noch nerviger. Und für die Medien heißt das erneut: Wieder eine Umsatzquelle weniger.

Aufgrund des Mediensterbens wird der verfügbare “Platz” begrenzter (trotz online, denn es fehlt an Redakteuren). Die Anzahl an Unternehmen, die Pressearbeit machen, nimmt aber nicht ab, sondern zu. Mit anderen Worten: Der Konkurrenzdruck steigt und die Erfolgsaussichten sinken.

Man muss aber heutzutage nicht mehr unbedingt über Medien publizieren. Die Alternative ist ein guter eigener Unternehmensblog, in dem man die Inhalte selbst bestimmen kann. Letzteres verführt die Verantwortlichen immer ungemein dazu, hauptsächlich Marketing zu betreiben. Aber das strafen die Leser in der Regel sehr schnell ab, nämlich indem sie nicht wieder kommen. Und damit ist die Reichweite dahin.

Apropos Reichweite: Die ist im Moment natürlich noch das große Manko von Unternehmensblogs, weil Medien einfach eine viel höhere Reichweite haben. Allein schon wegen der ihnen zugesprochenen “Neutralität” und “Richtigkeit der Informationen”. Blogleser rechnen damit auf Unternehmensseiten wenig sachliche, sondern hauptsächlich Marketing-Information zu finden. Aber diesem Vorurteil kann man entgegen wirken (siehe oben) und mit der erzielten Reichweite auf jeden Fall sicher sein, so gut wie keine Streuverluste zu haben. Denn im Gegensatz zu Werbung, die zum Kunden “gepusht” wird, lesen Blogleser freiwillig. Das macht einen großen Unterschied in der Wirkung: Was ich freiwillig lese, bleibt viel mehr hängen als etwas, was ich lesen oder anschauen muss, weil ich keine andere Wahl habe.

Die Leser würden meiner Meinung nach von solchen Blogs übrigens doppelt profitieren. Sie hätten die Möglichkeit an fachlich fundierte Informationen zu kommen, ohne Gefahr zu laufen, eine Cloud-Lösung dafür kaufen zu müssen. Darüber hinaus können sie  werbefrei (also anzeigenfrei) den Beitrag genießen. Das wäre doch ein echter USP für einen wirklich guten Unternehmensblog, oder? Das alles gilt natürlich nur, solange Unternehmen nicht in die Unart verfallen, nur noch registrierte Leser zuzulasssen, um sie anschließend mit Werbemails zu überschütten.

Ich gebe zu, dass die Zeit für den Unternehmensblog als eines der Hauptkommunikations-Instrumente wahrscheinlich noch nicht  gekommen ist, zumindest nicht im BtoB-Bereich. Denn noch gibt es eine breite Medienlandschaft. Sie wird allerdings täglich dünner. Deshalb sollte man schleunigst zusehen, einen guten Blog aufzubauen, auch um noch ein bisschen Zeit zum Lernen zu haben. Zum Beispiel, wie man ein Unternehmen überhaupt fit macht zum bloggen, eine Autorengemeinde aufbaut und die Zielrichtung des Blogs erhält. Alles Dinge, die Medien können. Aber wer jetzt anfängt, hat auf jeden Fall einen guten Vorsprung, denn noch gibt es nur wenige gute Blogs im IT-B2B-Bereich und es ist noch relativ einfach, “positiv aufzufallen”.

Eine Studie des Instituts für angewandte Innovationsforschung an der Ruhr-Universität Bochum (http://iai-bochum.de) fand heraus, dass fast 25 Prozent aller Führungskräfte Risikokandidaten für Burnout und vitale Erschöpfung sind. Sie äußert sich in Müdigkeit, Energiemangel und Entmutigung und geht mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkte einher. 48 Prozent der Manager zeigen eine “mittlere Erschöpfung”, weitere 28 Prozent liegen im “grünen Bereich”.

Laut der Studie ist vor allem das mittlere Management betroffen, das im Spannungsfeld von Kostenkonkurrenz und Innovationsdruck steht. Für sie seine Kreativität, Kompetenzentwicklung und die Suche nach Verbesserungen Daueraufgaben, sie parallel zum Termin- und Leistungsdruck des operativen Tagesgeschäfts erledigt werden müssen. Manager, die hierarchisch ganz oben stehen und als Impulsgeber fungieren, seien hingegen weniger betroffen.

Als Burn-out-Prävention empfehlen die Autoren der Studie Unternehmen, ihren Führungskräften weniger Projekte aufzubürden. Diese Empfehlung wird wahrscheinlich ungehört verhallen. Unserer Erfahrung nach müssen die Mitarbeiter die Prävention selbst in die Hand nehmen und versuchen, belastende Situationen zu verändern. Was als Belastung empfunden wird, ist individuell jedoch sehr unterschiedlich: Während den einen hoch gesteckte Ziele motivieren, sind sie für den anderen ein Stressfaktor. Manche Führungskräfte reisen gern, andere belastet das ständige unterwegs sein. Manche Manager sterben vor Langeweile, wenn sie ausschließlich das Tagesgeschäft abwickeln, andere fühlen sich mit neuen, innovativen Aufgaben überfordert.

Deshalb ist die individuelle Betrachtung der Situation ein wichtiger Schritt, um leistungsfähig zu bleiben und Spaß bei der Arbeit zu haben. Wir coachen Sie individuell – hier und hier finden Sie weitere Informationen.

Presspauseplay, eine Dokumentation über Kreativität im Digitalen Zeitalter, bei der sehr viele interessante Macher zu Wort kommen, unter anderem Seth Godin, Robyn, Bill Drummond von The KLF, Scott Belsky (Gründer von Behance), Anthony Volodkin (Gründer von The Hype Machine), Moby, David Weinberger (Cluetrain Manifesto), Hot Chip oder auch Sean Parker (Mitbegründer von Napster). Eine der Schlussfolgerungen des Films lautet: Viele Berufe haben kaum noch eine Berechtigung, weil das zu Grunde liegende Handwerk dank digitaler Technologie keine Kunst mehr ist. Also – womit können sich diese Menschen noch differenzieren? Das betrifft Filmemacher, Photographen, Musiker, Publisher …. Und wie stehts mit Ihrem Beruf?

Besonders interessant sind die vollkommen unterschiedlichen Sichtweisen und Standpunkte, beispielsweise kommt der Mitbegründer von Napster zu Wort und genau wie  Hillary Rosenberg, CEO des amerikanischen Verbandes der Musikindustrie.

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Es passiert nicht nur Unternehmen, sondern auch Journalisten: Eine Redakteurin der New York Times retweetete einen Post des weißen Hauses und wurde anschließend fälschlicherweise als Obama-Unterstützerin bezeichnet. Die komplette Geschichte inklusive Tweets hat sie auf Storify dokumentiert (es kann ein paar Sekunden dauern, bis sich der Storify-Link von selbst öffnet): Read the rest of this entry »

Eigentlich ist es gar nicht mehr lange bis zum Jahr 2015. Viele versuchen vorauszusagen, wie siech das Internet bis dahin entwickelt, so auch das Video “Digital Life: Today and Tomorrow,” produziert von NeoLabels, das Skript stammt von Inés Leopoldo von Mitsue Venture. Natürlich bauen solche Voraussagen immer auf dem auf, was wir bis heute kennen und lassen das überraschende außer Acht. Was wäre beispielsweise, wenn es 2015 Facebook nicht mehr gäbe?

Digital Life: Today & Tomorrow from Neo Labels on Vimeo.