Mit sofortiger Wirkung steigen Daniel Böcking und Martin Brand in die “Bild.de“-Chefredaktion auf. Beide behalten ihre jetzigen Positionen. Böcking kümmert sich auch künftig als Redaktionsleiter für Sonderaufgaben um die Koordination mit der Print-Redaktion, Brand leitet weiterhin das Home Ressort und ist für Inhalte und Gestaltung der Startseite zuständig.
Das Nachrichten-Portal “nachrichten.de” bietet jetzt ein Web-Widget an. Aus, nach eigenen Angaben, rund 500 Quellen kann der Nutzer das individuell gestaltbare Widget in Websites einbinden. Das News-Portal ist eine automatisierte Nachrichtenseite der “Tomorrow Focus Portal GmbH“, das minütlich etwa 500 Quellen scannt. Weitere Entwicklungsschritte sind bei “nachrichten.de” in Planung.
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Von links nach rechts: Wolfgang Büchner, Chefredakteur der dpa, Christian Lindner, Chefredakteur der Rhein-Zeitung, Klaus Flettner, Geschäftsführer der Change Communications GmbH und Ulrike Langer, freie Medien- und Marketingjournalistin
Wolfgang Büchner, der Chefredakteur der Deutschen Presse-Agentur, schaut optimistisch in die Zukunft: „Ich kann ruhig schlafen, obwohl das Anzeigengeschäft stark eingebrochen ist. Die Umsätze werden künftig über herausragende journalistische Qualität gewonnen.” Klaus Flettner, Geschäftsführer der Change Communications GmbH, stimmt ihm zu: „Wer in Qualität investiert, muss vor der Zukunft keine Angst haben. Allerdings muss der Wurm dem Fisch schmecken, nicht dem Angler.“
Flettner meint damit, dass Journalisten noch spezifischer auf die Leserwünsche eingehen sollten. „Es darf uns auch nicht peinlich sein, Fehler zu korrigieren, die uns getwittert werden“, erklärt dpa-Chef Büchner. Christian Lindner, der Chefredakteur der Rhein-Zeitung, pflichtet ihm bei: Medien müssten empfangsbereiter werden.
Olaf Kolbrück, Reporter Horizont (links), moderierte die Diskussion
Wenn die Qualität stimmt, würden Leser gerne für Artikel zahlen. Lindner nennt als Beispiel den Bonner General-Anzeiger, der „investigativ kommunalpolitische Betrugsfälle aufgedeckt hat.“ Ulrike Langer, freie Medien- und Marketingjournalistin, prognostiziert dem Lokaljournalismus eine erfolgreiche Zukunft: „Lokaljournalismus bedient spezielle Interessen, lokale Informationen bekommen Leser nirgendwo anders“.
Abgesehen von der Qualität müssten Medien über ihre Finanzierung nachdenken. Für Christian Lindner sollte zunächst immer die Marke stimmen, dann könne die Verwertung anfangen.„Wie ein Versuch der TAZ kürzlich gezeigt hat, sind Spendenaufrufe, wie sie in Blogs zu finden sind, für Tageszeitungen wenig einträglich. Vielleicht sind Stiftungen möglich“, so Langer.
Ob Apples iPad schließlich ein Fluch oder ein Segen für die Medien sei, darüber waren sich die Experten uneinig.
